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Über diesen Blog

Dr. Stefan Fuchs

Philosophieren über Organisationsentwicklung

Dr. Stefan Fuchs blickt auf die Organisationsentwicklung aus verschiedenen Perspektiven: als Berater, Führungskraft, leistungsorientiert trainierender Triathlet (Langdistanz: 10:36:45 h in 2011) und Fußballfan. Besonders bei langen Waldläufen kreisen die Gedanken. Manches davon findet Eingang in diesen Blog.

 

Komfortzone und Leidenschaft

by 13. Dezember 2011 11:42

Ich war wieder einmal beim Fußball, als Zuschauer. Regionalliga, Tabellenerster gegen den Tabellendritten, Goliath gegen David sozusagen. Das Tabellenführerteam war in allen Belangen erschreckend unterlegen. Das Ergebnis fiel mit 0:1 eher schmeichelhaft aus. Wie entsteht so etwas, was tut und lässt ein Team, um eine solche Situation zu kreieren?

Das Folgende gehört gewiss dazu:

  1. Risiken scheuen. Um Fehler zu vermeiden, wird der Quer- und Rückpass gesucht oder der Ball zum Mitspieler geschoben, statt ein Pass gewagt. Oder man stoppt den erhaltenen Ball erst einmal sicher, läuft ein paar Schritte auf den Mitspieler zu, um dann den Ball zu diesem querzupassen. (Dass der Gegner damit genug Zeit bekommt, sich über das Spielfeld zu verschieben, wird nicht als Folge des eigenen Handelns wahrgenommen.)
  2. Schnelligkeit und Überraschungen meiden.Denn Schnelligkeit könnte in Fehlerproduzierende Hast umschlagen, ein überraschender Pass den Mitspieler auf dem falschen Fuß erwischen. Freistöße sollten sowieso sorgfältig und graziös ausgeführt werden, die Freundin guckt ja zu.
  3. Sich an irrelevanten Statistiken berauschen. Lieber den Ball zum Mitspieler schieben, als den Abschluss suchen. Das gibt einen Punkt in der Statistik „erfolgreich gespielte kurze Pässe“.
  4. Den Gegner ausblenden. Man kann auf den Platz gehen, um als Tabellenführer das nächste Spiel zu bestreiten. Man kann auch das Spielfeld betreten mit dem Gedanken, dass es 0:0 steht und der Gegner unbedingt gewinnen will. Unser Unterbewusstsein entscheidet sich immer klar für eine der beiden Optionen. Diese Entscheidung bestimmt unser Agieren.
  5. In der Komfortzone bleiben.Immer schön im GA1-Tempo* bewegen, die Anderen (Mitspieler) sind ja auch noch da.
  6. Leidenschaft vermissen lassen. Ob mein Team verliert oder nicht: Heute Abend gibt´s ein schönes Bier.

Es heißt, Fußball sei ein Spiegel der Gesellschaft. Es muss also Unternehmen geben, in den einige Führungskräfte und Mitarbeiter…

  • Risiken scheuen
  • Schnelligkeit und Überraschungen meiden
  • sich an irrelevanten Statistiken berauschen
  • den Gegner (Rahmenbedingungen, Wettbewerber, Kunden) ausblenden
  • in der Komfortzone bleiben
  • Leidenschaft vermissen lassen.

Kennt jemand Beispiele für solche Unternehmenskultur?

*Für Nichtläufer: GA1 steht für Grundlagenausdauer, Laufen in angenehm-ruhigem Tempo bei niedrigem Puls. Bei diesem Tempo lässt sich gut miteinander schwatzen.

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